Die Farmschule Otjikondo – ein Vortrag von Michael Schnurr

Am letzten Clubabend stand die Farmschule Otjikondo in Namibia im Mittelpunkt des Vortrags von unserem Clubmitglied Michael Schnurr.

Vor bald 25 Jahren gründeten der ehemalige deutsche Missionar Reiner Stommel und seine dem englischen Hochadel entstammende Frau Gillian in Namibia die private Farmschule Otjikondo. Bis heute besuchen Jahr für Jahr rund 250 Kinder aus den Dörfern des nordwestlichen Buschlandes von Namibia diese Schule. Sie wurde mehrfach prämiert und gilt heute als eine der besten Primary Schools (1. bis 7. Klasse) des Landes.

Die Schule befindet sich auf einem 10 ha großem Gelände ca. 100 km südlich des Ethosha Nationalpark. In 20 Gebäuden, u.a. einer ehemaligen Polizeistation, befinden sich die Unterrichtsgebäude, die Internatsgebäude, die Wohngebäude der Lehrer, die Küche und Kantine sowie die Werkstätten.

300 Schüler bewerben sich jährlich um die Aufnahme. Hieraus werden 30 Schüler nach Leistung, aber auch nach ihrem Sozialverhalten und ihrer Herkunft ausgewählt. Unter den Schülern sind alle Ethnien Namibias vertreten, auch um das Verständnis zwischen den Volksgruppen zu fördern. Da die Schüler teilweise sehr weit entfernt leben, sind sie alle im Internat untergebracht. Ihre Unterkunft wird von individuellen Paten aus Europa finanziert.

Neben den üblichen Unterrichtsfächern wie Englisch, Mathematik oder Naturwissenschaften bietet die Schule auch Musikunterricht an. Der Musiklehrer, der aus Spenden finanziert wird, bildet die Kinder in Blockflöten, Querflöten, Keyboard, Percussion, Geige und Marimbaphon aus.

Aber auch auf die sog. Life skills wird großen Wert gelegt. In einer Mechanikwerkstatt reparieren die Kinder unter Anleitung Geräte und Maschinen. Ein deutscher Tischler ist regelmäßig zu Besuch und weiht die Kinder in die Holzbearbeitung ein. Aber auch Hauswirtschaft, Gartenbau, Teppichweben und der Umgang mit Geld stehen auf dem Ausbildungsprogramm.

Zur Entlastung der Lehrer leisten auch junge Briten und Deutsche ihren Freiwilligendienst in Otjikondo. Diese sind, trotz mancher Entbehrung während der einjährigen Verpflichtung, häufig auch über ihren Freiwilligendienst hinaus mit der Schule eng verbunden.

Vielen Dank an Michael, der uns mit seinem informativen Vortrag eine weitere Facette Namibias gezeigt hat. Die vielen Fragen nach dem Vortrag zeigten, dass er das Interesse der Clubmitglieder und der externen Gäste geweckt hat. Wer mehr über Otjikondo erfahren möchte, kann sich auf der Webseite der Schule informieren. Spenden kann man über den deutschen Partner, die Deutsch-Namibische-Entwicklungsgesellschaft e.V..